Lektorat Mauspfad. Fundsachen, Stilblüten aus dem Alltag einer Lektorin.


Christel Baumgart M. A.

Mitglied im Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren VFLL

Lektorat Mauspfad. Fundsachen, Stilblüten aus dem Alltag einer Lektorin.

    Lektorat Mauspfad
    Christel Baumgart
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Fehler machen wir alle. Die ich hier vorstellen will, sind mir im Laufe der Jahre in Manuskripten begegnet. Ich habe sie da rausgeworfen, fände es aber viel zu schade, wenn sie in Vergessenheit gerieten. Daher habe ich mich entschlossen, die schönsten sprachlichen „Danebengriffe“ hier auf dieser Seite lebendig zu halten. Ergänzungen folgen von Zeit zu Zeit.

Ihr Nacken verengte sich fast, als sie sich umdrehte.
(Kann ja sein, dass sie vielleicht auch schlecht Luft bekam, als sie sich den Hals verrenkte. Aber was um alles in der Welt geschah dabei mit dem Nacken?)

Der kalte Schweiß brach in ihr aus.
(Hoffentlich schafft er es irgendwie nach außen, damit sie ihn abwischen kann.)

Den wenigen Schlaf, den sie bekommen hatten, vermissten sie.
(Im Ernst? Ich bin sicher, sie vermissten viel eher ausreichenden Schlaf.)

Seine dunklen Wimpern bewegten sich, als er die Augen aufschlug.
(Na hoffentlich! Wie sollten sie dabei starr verharren? Oder haben sich hier die einzelnen Wimpern vielleicht gar unabhängig voneinander munter bewegt?)

Altes Laub erzitterte bei jedem Donnerschlag, der dem Land durch Mark und Bein fuhr.
(Ja, ja, das arme Land und seine Knochen ...)

Kauzig lachte der Baron und sein leicht ergrauter Bart kräuselte sich dabei.
(Eine ganz neue Methode, zu gelocktem Haar zu gelangen.)

Angefangen bei der Kleidung, die von Jahr zu Jahr um eine Konfessionsgröße größer wird,
(Zu welcher Religion mag das führen?)

Susi war eingeschweißter Single.
(Die Arme! Andererseites, wenn man darüber nachdenkt: Ist ein „eingefleischter“ Single wirklich viel besser dran?)

Sie war die Perfektion in Form der Hausfrau.
(Vermutlich eher andersherum)

Ich hörte hinter mir, wie die ältere Dame die Luft anhielt und mich mit großen Augen ansah.
(Wie nennt man doch gleich dieses Phänomen, wenn jemand am Hinterkopf Augen hat?)

Am Abend lockte ich mich wieder in den Chat ein.
(Vermutlich um auch andere dorthin zu „locken“)

Beim Betreten des Raumes schoss mir der Geruch von Schweiz in die Nase.
(Wir befinden uns in einem Fitnesscenter und das hier war kein Flüchtigkeitsfehler, wie der folgende Satz beweist:)

Der Schweiz lief mir von der Stirn.
(dieselbe Autorin, einige Sätze später)

(Wortlaut aus einem Vertrag:)
Leihen wir Ihnen bis zum xx.xx.xxxx eine Kindergrippe aus.
Da lehnt man doch besser schnell ab!

Für die niedere Stellung der Frau sind jedoch nicht nur Männer zuständig.
(Beruhigt einen das? Wer mag das noch zu verantworten haben?)

[Szene: Die Mutter gibt ihrem Säugling die Brust:] Die Mutter wirkt erschöpft. Kein Wunder bei dem Zug, den der Junge hat. Hoffentlich wird der später mal kein Säufer! Die Hebamme löst die Mutter ab.
(Beim Säugen?)

Um diese mangelnden Arbeitskräfte zu decken, wurde daher eine Anwerbungsvereinbarung abgeschlossen.
(Hoffentlich konnten die „mangelnden Arbeitskräfte“ Einfluss nehmen auf die zu ihrer Deckung anzuwerbenden Kräfte.)

Altes Laub erzitterte bei jedem Donnerschlag, der dem Land durch Mark und Bein ging.
(Man sieht die verschreckten Beine des Landes direkt vor sich.)

Das silberne Auto fährt mit durchdrehenden Reifen an, als sein wunderbarer Geruch mir in die Nase steigt.
(Mit welchem Treibstoff mag dieser Wagen fahren? Tatsächlich ist hier der wohlriechende Fahrer gemeint.)

Äußerlich waren seine Haare heller als die seiner Geschwister.
(Da fragt man sich doch, ob er auch innen behaart ist.)

Ich hob eine Augenbraue und reichte sie ihm.
(Nein, sie reicht ihm nicht die Augenbraue. Es geht um den Autoschlüssel.)

Ich spreizte die Beine und er trat vor und schloss den letzten verbliebenen Anstand.
(Der letzte verbliebene Anstand verschwand damit vermutlich auch. Gemeint war aber das letzte bisschen Abstand.

Er stellte nur Frauen ein, die Modelmasse hatten.
(Modelmasse? Von Masse ist bei Models äußerst selten die Rede.)

Sie gefror mitten im Schritt.
(Au weia, das muss wehtun!)

„Dein Freund hat das Ganze injiziert!“
(Nein, nein, hier wird nicht gespritzt. Der Freund hat die Sache bloß eingefädelt.)

Ich lehnte einfach nur den Kopf an ihre Schulter, nahm ihn in die linke Hand und biss hinein.
(Es geht hier – gottseidank – beim Beißen um einen Apfel.)

[Und noch einmal sind wir beim Apfel:]
Er beugte sich vor und senkte die Stimme an meinem Ohr, als ich mein Messer ansetzte und ihn viertelte.
(Der Ärmste!)

„Willst du das erste oder das zweite?“ – „Zweiteres!“
(Eine wunderschöne Neuschöpfung.)

Erst wurden meine Beine rot und warfen Blasen, dann meine Oberschenkel.
(Zu welchen Körperteilen zählen doch gleich noch mal die Oberschenkel?)